Mariekes Landpartie – Das Kornhaus in Bad Doberan

Heute geht es nach Bad Doberan! Unweit vom bekannten Münster der Stadt steht im Klosterhof das Kornhaus. Ich erkenne auf den ersten Blick, dass sowohl die gegenüberliegende Ruine des Klosters als auch das Kornhaus zur europäischen Route der Backsteingotik gehören müssen. Der rote Backstein strahlt mir bei schönstem Sonnenschein entgegen. Auf einem Schild erfahre ich, dass das Kornhaus in früheren Jahrhunderten von Zisterziensern genutzt wurde.

“Ab 13 Uhr ist geöffnet!”, ruft mir eine Dame aus einem Fenster des Seitenflügels entgegen. Gemeint ist das Kornhaus-Café, dessen Terasse auf der Giebelseite des Hauses zum Verweilen einlädt. Mir werden leckerer Kaffee und Kuchen versprochen, jedoch kann ich leider nicht bis zur Öffnung bleiben. Die Frau am Fenster berichtet mir von ihren entspannten Urlaubstagen an der Ostsee und schwärmt von ihrer Unterbringung in der Klosterherberge. “Ein wirklich toller Ort ist das hier!” Sie erzählt mir von dem tollen Ferienangebot, das das Kornhaus zum Thema Umweltbildung anbietet. Das erinnert mich an die fleißig upcyclenden Frauen aus Gnoien, die ich zuvor in der Landpartie besucht habe. Solltet ihr den Beitrag zum Quietjes e.V. noch nicht kennen, findet ihr ihn auch auf unserem Blog.

Ich setze meinen Rundgang um den Backsteinbau fort und entdecke auf der Rückseite des Hauses eine kleine Bühne. Ein Aufsteller verrät, dass es hier regelmäßig Theatervorstellungen, Konzerte der verschiedensten Musikrichtungen und auch Filmvorführungen gibt. Neben der Bühne lädt eine alte Klosterbank zum Entspannen und ins Grüne blicken ein. Hier hat ein Paar bereits Platz genommen und stöbert durch einen Reiseführer. Sie fragen mich, ob ich hier auch Urlaub mache. Ich berichte ihnen kurz von meiner Tour durch den Landkreis. “Da haben Sie aber auch einen schönen Ort gewählt. Wir haben gerade gelesen, dass in dem Gebäude auch die Jugendkunstschule sitzt. Tanzen, Holzarbeiten, Theater, Malerei. Toll, was die alles anbeiten.”, erzählt mir die Frau begeistert. Ihr Mann fügt an: “Das würde unserer Tochter sicher auch gut gefallen!” Wir bleiben noch einen kurzen Moment sitzen und plaudern über das Leben an der Ostseeküste.

Wenige Schritte weiter befindet sich der Klostergarten, der auch in Zeiten der Zisterzienser ein wichtiger Ort war. Das Heranzüchten von Heilpflanzen hatte Tradition in vielen Klöstern. So sind auch hier viele bekannte Kräuter und Pflanzen zu finden. Von Walderdbeeren über Krause Minze bis hin zu Lavendel und Ringelblumen gibt der Klostergarten eine herrliche Vielfalt wieder. An einer Tafel ist zu lesen, dass Schüler*innengruppen hier regelmäßig etwas über die heimische Botanik lernen können und in Workshops gezeigt bekommen, für was die verschiedenen Blumen und Heilpflanzen verwendet werden. Jedoch gibt es beispielsweise mit einer Pilzgruppe auch Angebote für Erwachsene in Bezug auf die Umweltbildung im Klostergarten am Kornhaus.

Ich gehe ein letztes Mal um das Kornhaus herum und freue mich, einen weiteren lebendigen Ort im Landkreis Rostock entdeckt zu haben. Hier treffen Kunst, Kultur, Bildung und Begegnung aufeinander und bieten tolle Möglichkeiten der Teilhabe.
Für meine nächste Station der Landpartie bin ich nicht lange von hier unterwegs. Wir werden einen Künstler kennenlernen, der die Lebensweise an der Küste in der Region Rostock besonders schätzen gelernt hat. Ihr seid herzlich eingeladen, mich weiter auf meiner Tour zu begleiten!