Rostocker Inspirationen Teil 1: Vom WG-Tisch zum erfolgreichen Start-Up. YourCar Rostock-Gründer Jakob Richter und Adrian Merker im Gespräch.

Jakob Richter, Adrian Merker und Isabel Haberkorn im Gespräch

Die beiden Rostocker Studenten Jakob Richter und Adrian Merker haben viel gewagt, als sie nach langen Diskussionen und Ideenaustausch von ihrem WG-Tisch aufstanden und loszogen, ein Unternehmen zu gründen, welches mittlerweile aus Rostock nicht mehr wegzudenken ist: Die YourCar Rostock GmbH. Das Konzept ist ebenso einfach wie genial: Ein Auto vor der Tür haben, wenn man es braucht, aber keine Kosten, wenn man es nicht braucht. Gestartet sind die beiden Schulfreunde mit zwei Autos, praktischerweise mit Stellplatz in der Nähe der eigenen WG: „Natürlich nutzen wir unser eigenes Angebot auch selbst. Einmal alle zwei Wochen wird der WG-Einkauf per Carsharing erledigt“, verrät Gründer Adrian Merker. Mittlerweile ist die Flotte auf 17 Fahrzeuge im ganzen Stadtgebiet angewachsen, die Kundschaft ist vielfältig: „Wir dachten erst, dass hauptsächlich Studierende unser Angebot nutzen werden. Aber auch viele Senior*innen und Menschen, die auf ihr Auto aus Kosten- und Platzgründen verzichten wollen, sind bei uns angemeldet“, sagt Jakob Richter. „Wir wollen mit unserem Konzept aktiv an der Stadtentwicklung und der Verbesserung der Mobilität beitragen.“ Ihr Angebot sehen die beiden Studenten als Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr, beispielsweise wenn ein Umzug oder Großeinkauf zu bewältigen ist, oder wenn ein Ausflug in dörfliche Gebiete rund um Rostock ansteht. Per Webapp können die Fahrzeuge an beliebigen Stationen gebucht und einfach genutzt werden. Bezahlt werden die verfahrenen Kilometer und die Nutzungszeit, ansonsten fallen keinerlei Gebühren an. Durch feste Stationen entfällt eine nervenaufreibende Parkplatzsuche.

Mit ihrem Angebot wollen Jakob Richter und Adrian Merker aktiv dazu beitragen, ihre Heimatstadt weiterzuentwickeln und zu einem bewussten Umgang mit Ressourcen anregen. „Auf jedes unserer Fahrzeuge kommen ca. 20 Nutzer*innen“, erzählt Adrian Merker, „Das sind zwanzig potenzielle Parkplätze, die dadurch eingespart werden, und zwanzig Autos weniger im Stau in der Rushhour.“ Dieses Jahr wollen die beiden Gründer auf lokale Unternehmen zugehen und ihr Konzept als Alternative zu Firmenwagen anbieten. Auch sind sie auf der Suche nach weiteren Kooperationspartnern, die Parkplätze zur Verfügung stellen oder ihren Kund*innen Vergünstigungen anbieten, wie beispielsweise die WG Schifffahrt-Hafen.

Für die beiden Studenten ist Rostock ein gründungsfreundlicher Ort. „Rostock hat eine gute Größe und ist eine coole, gut angebundene Stadt. Hier gibt es viel Raum für eigene Ideen.“, sagt Adrian Merker, „In Metropolen wie Berlin ist man mit seiner Idee einer von vielen. Hier kann man echt noch was bewegen und seine Stadt prägen.“ Einigen Nachholbedarf sehen die beiden Gründer aber dennoch: „Es fehlen noch mehr Co-Working-Spaces und Orte für die Vernetzung von Gründer*innen. Aber das wird sich durch ein Zentrum für Start-Up-Unternehmer*innen in der nächsten Zeit entwickeln.“

Menschen, die ebenfalls den Gedanken haben, in der Region Rostock ihre Ideen zu verwirklichen, empfehlen sie, frühzeitig die richtigen Netzwerkstellen vor Ort zu kontaktieren. „Uns haben das Zentrum für Entrepreneurship der Uni Rostock und die Beratung bei Nico Schade von Steuerbord sehr geholfen“, erzählt Jakob Richter, „Aber auch Rostock Business hat uns sehr gute Kontakte vermittelt.“ Neugründern raten die beiden, viel über ihre Ideen zu sprechen, sich zu vernetzen und Input von Expert*innen einzuholen: „Geht zu Rostock Business, geht zu 12min.me und pitcht eure Ideen. Begegnet Zweiflern und Bedenkenträgern positiv und habt den Mut, euer Ding zu machen!“ Auch ihr eigenes Konzept entwickeln die beiden ständig weiter. Nach einigen Erdgasfahrzeugen soll im März ein Elektrofahrzeug die Flotte bereichern: „Wir haben noch einiges vor. Aber das wird noch nicht verraten!“

Weitere Infos zum Angebot gibt’s unter: www.carsharing-rostock.de